Staber hat geschrieben: 23.08.2026, 18:16
Das Projekt soll die Verteidigung an der NATO-Ostflanke stärken.
https://www.dw.com/de/ostschild-pionier ... a-78447204
Moin!
Erinnert ihr Euch? Nein, ganz so alt sind die meisten denn doch nicht.
Die NS-Propaganda pries den
"Westwall" als „
unbezwingbares Bollwerk“ an. Tatsächlich diente er der Beruhigung der deutschen Bevölkerung und erwies sich im Nachhinein als doch wohl überwindbar. Der Vormarsch der Westalliierten wurde bestenfalls leicht umgelenkt und hatte keinerlei militärischem Wert.
Die Panzersperren sind übrigens heute noch zu "bewundern":
https://eifelfuehrer.de/touristische-zi ... panzersper…
Mit riesiger Kraftanstrengung und großem Einsatz von Arbeitskräften und Geld wurde damals Sinnloses vollbracht.
Heute gilt das erst Recht. Panzer sind Technik von Gestern. Leicht sind sie mit Drohnen "auszuschalten". Hält man die Russen tatsächlich für so dämlich , Panzer gegen die haushoch überlegene NATO anrollen zu lassen? - zumal Russland noch nicht einmal die Ukraine besiegen kann?
Der Westwall hat den Amerikanern schwere Verluste eingebrockt, insbesondere im Bereich Hürtgenwald:
https://de.wikipedia.org/wiki/Westwall
Dazu kommt, dass die katastrophal gescheiterte Luftlandung der Alliierten bei Arnheim im September 1944 ein Versuch war, den Westwall zu umgehen. Diese eine befestigte Linie hat also grundsätzlich funktioniert, während der noch aufwändigere Atlantikwall und zuvor die gewaltige Maginotlinie völlig wertlos waren.
Es kommt also u. a. darauf an, wie die Strategen auf beiden Seiten mit so einer Einrichtung umgehen und wie das Hinterland des Verteidigers beschaffen ist.
Außerdem spielt der aktuelle Stand der Waffentechnik eine große Rolle. Derzeit funktionieren schnelle und weitreichende Operationen gepanzerter Verbände wie im 2. Weltkrieg überhaupt nicht mehr. Die Fronten in der Ukraine sind so erstarrt wie im 1. Weltkrieg. Es kann also durchaus sein, dass ein russischer Angriff mit konventionellen Waffen auf eine massiv befestigte polnische Ostgrenze zumindest sehr viel Zeitaufwand bedeuten würde. Bis zu einem russischen Durchbruch hätten dann die meisten Natoländer mobil gemacht und Truppen nach Polen geschickt.
Natürlich ist dieses Szenario derzeit nicht akut, aber wenn Russland weiter aufrüsten und in der Ukraine gewinnen sollte, könnten die Befestigungen in ein paar Jahren ein nicht ganz unwichtiger Teil der europäischen Fähigkeiten zur Abschreckung werden.